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Peter R. Pracher: Die Bilder und Grabsteine
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Flügelaltar des 14. Jh.

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Bild 41: Mitteltafel, Höhe 132 cm, Breite 131 cm,
2 Flügel, je 132 cm hoch, 53,5 cm breit.

Der Flügelaltar, ein dreiteiliges Retabel, mit Darstellungen aus der Passion Christi, ist wohl das bedeutendste Kunstwerk und auch durch seine herbe realistische Darstellung das Beeindruckendste der Gesamtausstattung dieser Kirche.

In der Mitte ist ein vierfiguriger Kalvarienberg abgebildet, wobei der Stifter in Diakons-Tracht am Fuße des Kreuzes kniet. Der linke Flügel zeigt oben Christus vor Kaiphas, unten Christus vor Herodes. Am rechten Flügel ist oben Christus vor Pilatus dargestellt und unten die Kreuzannagelung. Die Rahmenleisten und die Predella mit der Schrift sind moderne Ausstattung.

Der kunsthistorische Rang ist unbestritten. Der Altar dürfte kurz vor 1400 entstanden sein und gilt als hervorragendes Zeugnis der expressiven Richtung der Malerei am Oberrhein. Einiges ist im Zusammenhang mit Ausstellungen über den künstlerischen Wert und die Einordnung geschrieben worden, zuletzt bei der Ausstellung ,,Kunst um 1400 am Niederrhein“ im Liebighaus in Frankfurt 1976, wo der Altar auch ausgestellt war.

Zu dieser Zeit hatte sich der Erhaltungszustand der Maischicht der Tafelbilder erheblich verschlechtert. Bedingt durch den immer wiederkehrenden Zyklus der Winterfeuchtigkeit und der sommerlichen Trocknung, sowie durch ein auf den rückseitigen Fichtenholzbrettern der Tafelbilder aufgeleimtes Stützkorsett begann die Malschicht sich aufzufalten und drohte herabzufallen.

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Bilder 53 und 54: Apostelbild vor und nach der Restaurierung

Eine von der Evang. Kirchengemeinde und dem Landesamt für Denkmalpflege angeforderte Notsicherung wurde an Ort und Stelle mit hauchdünnen Japanpapierstreifen durchgeführt, wobei das Papier die abstehenden Malschollen fixierte. In der Restaurierwerkstatt wurden diese Malschichtfalten und Blasen mittels Kanülen und verschieden großen Nadeln mit wässrigem Leim vorsichtig hinterspritzt und mit regulierbaren Heizspachteln angedrückt und getrocknet. Dieser technische Vorgang wiederholte sich mehrmals bis zur vollendeten Neufestigung der ehemals lockeren Malschicht.

Um einem erneuten Ablösen der Malerei vorzubeugen, wurde das rückseitige moderne Stützparkett - Eichenholzleisten der 50er-Jahre mit dem Stecheisen abgelöst. So waren die Tafeln wieder fähig, geringe Bewegungen bei Feuchtigkeitsabnahme - aufnahme von sich auszugleichen.

Vorderseitig erhielten Fehlstellen im polierten Glanzgold mit Aquarell die notwendige zurückhaltende Retusche, während diese im Bereich der figürlichen Darstellung mit magerem Dammarharz und Gemäldefarben ausgeführt wurden. Ein dünn aufgetragener Dammarfirnis beschloss diese Konservierungsmaßnahmen.

Frühere, unauffällige Retuschen von vorhergehenden Restaurierungen (die letzte war 1951/52) blieben unberührt.

Neben der in Harzölfarben ausgeführten Malerei mit kräftiger Bleiweißhöhung der Lichter ist die Behandlung der vergoldeten Hintergründe einer besonderen Erwähnung wert. Das mit einem Achat (Halbedelstein) geglättete Gold wurde mit einem Messing- oder Silberstift vorgezeichnet und mit mehreren verschiedenen starken und unterschiedlich geformten Eisenstiften leicht vertieft gepunktet. Diese verschieden großen Vertiefungen, auch Punzen genannt, schmücken in feinen abwechselnden Linien und Wellen die Nimben und Hintergründe.
 

Emporenbilder

Die Tafelgemälde der Empore sind im 17. Jh. entstanden und mit kräftigen, teils streifigen, Ölfarbenstrichen ohne Kreidegrunduntermalung direkt auf das Eichenholz gemalt worden.

Es gibt zwei verschiedene Maße, wobei Matthäus, Markus, Lucas, Judas, Thaddäus, Johannes und Simon die Größen von 79 cm Höhe und 30 cm Breite aufweisen. Hier sind die Namen auch unten angeschrieben.

Die größeren Tafelbilder sind die der nachfolgend aufgezählten Heiligen mit ihren Attributen oder den jeweiligen Märtyrerwerkzeugen wie: Petrus mit dem Schlüssel, Paulus mit dem Schwert, Bartholomäus mit dem Messer, Thomas mit der Lanze und dem Buch, sowie Jacobus dem Jüngeren mit der Keule, Andreas mit dem Andreas-Kreuz, Matthias mit dem Kreuz und Jacobus der Ältere mit dem Buch. Alle zuletzt genannten Tafeln haben die Größe von 79 cm Höhe und 64 cm Breite. Dazu komme noch die Darstellung von ,,Jesus zwischen den 7 Leuchtern“.

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Bilder 55 und 56: Apostelbilder während der Reinigung

Alle Tafeln waren total vergilbt und verschmutzt, beschädigt (s. Fotos), sowie teilweise auseinander gebrochen.

Eine vorsichtige langwierige Firnis- und Schmutzabnahme brachte wieder die alte Farbigkeit zutage. Fehlstellen wurden retuschiert und die Malschicht anschließend gefirnisst. Die gegenüberstehenden Fotos zeigen die verschiedenen Zustände.

Auf der Tafel des Petrus ist deutlich die Felsenkirche abgemalt und daher ein frühes Portrait ihres Zustandes im 17. Jh.
 

Das Sebastiansbild auf der Empore

Das Sebastiansbild ist im frühen 17. Jh. entstanden. Es besitzt die Maße von 2,50 m Höhe und 1,70 m Breite. Die Malerei ist mit Harzölfarben auf verleimte Fichtenholzbretter aufgetragen.

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Bild 43: Sebastiansbild

1979 wurde das Tafelbild abgehängt und konserviert. Die Bretter hatten sich durch Schrumpfung an ihren Fugen klaffend geöffnet. Die Malschicht war aufstehend und locker.

Ein dicker, verbräunter Firnis verhinderte die Ablesbarkeit der Darstellung. Übermalungen früherer Bearbeitungen verfälschten das Aussehen. Durch eine Oberflächensicherung der Maischicht mit Japanpapier, einer Klebemasse aus Wachs und Dammar und der Bearbeitung mit Heizspachteln konnte die Malschicht gefestigt werden.

Die Übermalungen und der total gebräunte Firnis wurden mit Lösemitteln unter Zuhilfenahme eines Stereomikroskops abgelöst.

Die klaffenden Bretter wurden wieder verleimt, Fehlstellen wurden geschlossen und anschließend exakt retuschiert.

Ein schützender Firnis aus Dammarharz bildete die Schutzschicht.
 

Grabsteine in der Felsenkirche

In der Felsenkirche befinden sich 3 Grabsteine aus Sandstein, wovon der des Ritters Philipp von 1432, mit 2,21 m Höhe und 1,05 m Breite der bedeutendste ist. Er zeigt diesen in Lebensgröße in seinem Harnisch, mit untergezogenem Kettenhemd, Kettenhaube, Arm- und Beinschienen und einem wehenden Mantel.

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Bild 57: Grabplatte N.N. von Daun-Oberstein (gest. 1615)

Die Oberfläche des Steines war mit modernen wässrigen Kunstharzfarben mehrmals im Sandsteinton überstrichen worden und dadurch verschmiert.

Mit Lösepasten auf Benzolbasis wurden diese dicken Schichten abgelöst und mit Neutralisierungsstoffen nachgewaschen und gereinigt.

In den geschützten Tiefen fanden sich noch minimale Reste einer nicht einzuordnenden Fassung in Blau und Rot.

Nach der Abnahme der Übermalungsschichten wurden die weißen Fehl- und Bruchstellen des Steines mit schwach gebundenen Lasurfarben punktartig zurückgedrängt.

Die beiden anderen Grabsteine (Größe 2,05 /0,92 m und 1,80/0,66 m), teilweise stark abgetreten (sie lagen ehemals im Kirchenboden), hatten die gleichen Übermalungszustände und wurden auch, wie der Grabstein des Ritters Philipp, bearbeitet.

Literatur:

  • Restaurierbericht Peter R. Pracher 1976.
  • Katalog Kunst um 1400 am Mittelrhein, Liebighaus, Frankfurt 1976.
  • Nut Nicolaus, Du Monts Handbuch der Gemäldekunde.

 

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