Flügelaltar
des 14. Jh.

Bild 41: Mitteltafel, Höhe 132 cm, Breite 131 cm,
2 Flügel, je 132 cm hoch, 53,5 cm breit.
Der Flügelaltar, ein dreiteiliges Retabel, mit
Darstellungen aus der Passion Christi, ist wohl das bedeutendste Kunstwerk und auch durch
seine herbe realistische Darstellung das Beeindruckendste der Gesamtausstattung dieser
Kirche.
In der Mitte ist ein vierfiguriger Kalvarienberg
abgebildet, wobei der Stifter in Diakons-Tracht am Fuße des Kreuzes kniet. Der linke
Flügel zeigt oben Christus vor Kaiphas, unten Christus vor Herodes. Am rechten Flügel
ist oben Christus vor Pilatus dargestellt und unten die Kreuzannagelung. Die Rahmenleisten
und die Predella mit der Schrift sind moderne Ausstattung.
Der kunsthistorische Rang ist unbestritten. Der
Altar dürfte kurz vor 1400 entstanden sein und gilt als hervorragendes Zeugnis der
expressiven Richtung der Malerei am Oberrhein. Einiges ist im Zusammenhang mit
Ausstellungen über den künstlerischen Wert und die Einordnung geschrieben worden,
zuletzt bei der Ausstellung ,,Kunst um 1400 am Niederrhein im Liebighaus in
Frankfurt 1976, wo der Altar auch ausgestellt war.
Zu dieser Zeit hatte sich der Erhaltungszustand der
Maischicht der Tafelbilder erheblich verschlechtert. Bedingt durch den immer
wiederkehrenden Zyklus der Winterfeuchtigkeit und der sommerlichen Trocknung, sowie durch
ein auf den rückseitigen Fichtenholzbrettern der Tafelbilder aufgeleimtes Stützkorsett
begann die Malschicht sich aufzufalten und drohte herabzufallen.

Bilder 53 und 54: Apostelbild vor und nach der Restaurierung
Eine von der Evang. Kirchengemeinde und dem
Landesamt für Denkmalpflege angeforderte Notsicherung wurde an Ort und Stelle mit
hauchdünnen Japanpapierstreifen durchgeführt, wobei das Papier die abstehenden
Malschollen fixierte. In der Restaurierwerkstatt wurden diese Malschichtfalten und Blasen
mittels Kanülen und verschieden großen Nadeln mit wässrigem Leim vorsichtig
hinterspritzt und mit regulierbaren Heizspachteln angedrückt und getrocknet. Dieser
technische Vorgang wiederholte sich mehrmals bis zur vollendeten Neufestigung der ehemals
lockeren Malschicht.
Um einem erneuten Ablösen der Malerei vorzubeugen,
wurde das rückseitige moderne Stützparkett - Eichenholzleisten der 50er-Jahre mit dem
Stecheisen abgelöst. So waren die Tafeln wieder fähig, geringe Bewegungen bei
Feuchtigkeitsabnahme - aufnahme von sich auszugleichen.
Vorderseitig erhielten Fehlstellen im polierten
Glanzgold mit Aquarell die notwendige zurückhaltende Retusche, während diese im Bereich
der figürlichen Darstellung mit magerem Dammarharz und Gemäldefarben ausgeführt wurden.
Ein dünn aufgetragener Dammarfirnis beschloss diese Konservierungsmaßnahmen.
Frühere, unauffällige Retuschen von
vorhergehenden Restaurierungen (die letzte war 1951/52) blieben unberührt.
Neben der in Harzölfarben ausgeführten Malerei
mit kräftiger Bleiweißhöhung der Lichter ist die Behandlung der vergoldeten
Hintergründe einer besonderen Erwähnung wert. Das mit einem Achat (Halbedelstein)
geglättete Gold wurde mit einem Messing- oder Silberstift vorgezeichnet und mit mehreren
verschiedenen starken und unterschiedlich geformten Eisenstiften leicht vertieft
gepunktet. Diese verschieden großen Vertiefungen, auch Punzen genannt, schmücken in
feinen abwechselnden Linien und Wellen die Nimben und Hintergründe.
Emporenbilder
Die Tafelgemälde der Empore sind im 17. Jh.
entstanden und mit kräftigen, teils streifigen, Ölfarbenstrichen ohne
Kreidegrunduntermalung direkt auf das Eichenholz gemalt worden.
Es gibt zwei verschiedene Maße, wobei Matthäus,
Markus, Lucas, Judas, Thaddäus, Johannes und Simon die Größen von 79 cm Höhe und 30 cm
Breite aufweisen. Hier sind die Namen auch unten angeschrieben.
Die größeren Tafelbilder sind die der nachfolgend
aufgezählten Heiligen mit ihren Attributen oder den jeweiligen Märtyrerwerkzeugen wie:
Petrus mit dem Schlüssel, Paulus mit dem Schwert, Bartholomäus mit dem Messer, Thomas
mit der Lanze und dem Buch, sowie Jacobus dem Jüngeren mit der Keule, Andreas mit dem
Andreas-Kreuz, Matthias mit dem Kreuz und Jacobus der Ältere mit dem Buch. Alle zuletzt
genannten Tafeln haben die Größe von 79 cm Höhe und 64 cm Breite. Dazu komme noch die
Darstellung von ,,Jesus zwischen den 7 Leuchtern.

Bilder 55 und 56: Apostelbilder während der Reinigung
Alle Tafeln waren total vergilbt und verschmutzt,
beschädigt (s. Fotos), sowie teilweise auseinander gebrochen.
Eine vorsichtige langwierige Firnis- und
Schmutzabnahme brachte wieder die alte Farbigkeit zutage. Fehlstellen wurden retuschiert
und die Malschicht anschließend gefirnisst. Die gegenüberstehenden Fotos zeigen die
verschiedenen Zustände.
Auf der Tafel des Petrus ist deutlich die
Felsenkirche abgemalt und daher ein frühes Portrait ihres Zustandes im 17. Jh.
Das
Sebastiansbild auf der Empore
Das Sebastiansbild ist im frühen 17. Jh.
entstanden. Es besitzt die Maße von 2,50 m Höhe und 1,70 m Breite. Die Malerei ist mit
Harzölfarben auf verleimte Fichtenholzbretter aufgetragen.

Bild 43: Sebastiansbild
1979 wurde das Tafelbild abgehängt und
konserviert. Die Bretter hatten sich durch Schrumpfung an ihren Fugen klaffend geöffnet.
Die Malschicht war aufstehend und locker.
Ein dicker, verbräunter Firnis verhinderte die
Ablesbarkeit der Darstellung. Übermalungen früherer Bearbeitungen verfälschten das
Aussehen. Durch eine Oberflächensicherung der Maischicht mit Japanpapier, einer
Klebemasse aus Wachs und Dammar und der Bearbeitung mit Heizspachteln konnte die
Malschicht gefestigt werden.
Die Übermalungen und der total gebräunte Firnis
wurden mit Lösemitteln unter Zuhilfenahme eines Stereomikroskops abgelöst.
Die klaffenden Bretter wurden wieder verleimt,
Fehlstellen wurden geschlossen und anschließend exakt retuschiert.
Ein schützender Firnis aus Dammarharz bildete die
Schutzschicht.
Grabsteine in
der Felsenkirche
In der Felsenkirche befinden sich 3 Grabsteine aus
Sandstein, wovon der des Ritters Philipp von 1432, mit 2,21 m Höhe und 1,05 m Breite der
bedeutendste ist. Er zeigt diesen in Lebensgröße in seinem Harnisch, mit untergezogenem
Kettenhemd, Kettenhaube, Arm- und Beinschienen und einem wehenden Mantel.

Bild 57: Grabplatte N.N. von Daun-Oberstein (gest. 1615)
Die Oberfläche des Steines war mit modernen
wässrigen Kunstharzfarben mehrmals im Sandsteinton überstrichen worden und dadurch
verschmiert.
Mit Lösepasten auf Benzolbasis wurden diese dicken
Schichten abgelöst und mit Neutralisierungsstoffen nachgewaschen und gereinigt.
In den geschützten Tiefen fanden sich noch
minimale Reste einer nicht einzuordnenden Fassung in Blau und Rot.
Nach der Abnahme der Übermalungsschichten wurden
die weißen Fehl- und Bruchstellen des Steines mit schwach gebundenen Lasurfarben
punktartig zurückgedrängt.
Die beiden anderen Grabsteine (Größe 2,05 /0,92 m
und 1,80/0,66 m), teilweise stark abgetreten (sie lagen ehemals im Kirchenboden), hatten
die gleichen Übermalungszustände und wurden auch, wie der Grabstein des Ritters Philipp,
bearbeitet.
Literatur: